Ratgeber

Erbsen für Fische richtig zubereiten

Warum Erbsen bei Verstopfung und Schwimmblasenproblemen helfen, wie du sie sicher zubereitest und wann du sie einsetzt.

⏱ 7 Min. Lesezeit 📘 Aquarium-Ratgeber 📅 Aktualisiert Mai 2026
Eine geschälte, blanchierte Erbse wird einem Goldfisch in einem bepflanzten Aquarium gefüttert
Kurz gesagt
  • Erbsen liefern Ballaststoffe und helfen dadurch bei Verstopfung und leichten Schwimmblasenbeschwerden.
  • Nimm frische oder tiefgekühlte Erbsen; 1-2 Minuten blanchieren, abkühlen, schälen und zerdrücken oder passend zerkleinern.
  • Füttere nur so viel, wie der Fisch in wenigen Minuten frisst; nimm Reste wieder heraus.
  • Als Mittel einsetzen (1-2 Fütterungen) oder als gelegentlichen Leckerbissen, nicht als Hauptfutter.
  • Verzichte auf rohe Erbsen, gesalzene Dosenerbsen und darauf, Erbsenreste im Becken liegen zu lassen.
  • Wenn die Symptome bleiben, prüf die Wasserqualität und denk an andere Ursachen - Erbsen lösen nicht jedes Schwimmblasenproblem.

Erbsen sind ein verbreitetes Hausmittel für Aquarienfische mit Verstopfung oder leichten Schwimmblasenproblemen. Richtig zubereitet und gefüttert bringen sie die Verdauung in Gang und lindern das Aufgeblähtsein. Dieser Ratgeber erklärt, warum Erbsen wirken, wie du sie Schritt für Schritt zubereitest und wann sie angebracht sind - und wann nicht.

Warum überhaupt Erbsen für Fische?

Erbsen sind reich an Ballaststoffen und relativ fettarm. Bei Fischen, die sie fressen, wirken sie mild abführend: Die Ballaststoffe helfen, den Darminhalt weiterzubefördern, und lösen Verstopfungen, die durch trockenes, stärkehaltiges Futter (etwa Granulat und Flocken) oder Überfütterung entstanden sind. Ein verstopfter oder aufgeblähter Fisch drückt auf die Schwimmblase - das Organ, mit dem Fische ihren Auftrieb regeln. Die Folge kann sein, dass er auftreibt, absackt oder zur Seite kippt. Die Schwimmblase selbst reparieren Erbsen nicht, aber sie können die dahinterliegende Verstopfung lösen, die Schwimmblasenbeschwerden manchmal auslöst oder verschlimmert.

Erbsen sind kein vollwertiges Futter. Ihnen fehlen die Proteine, Vitamine und Mineralstoffe, die Fische auf Dauer brauchen. Setz sie als gelegentliches Mittel oder als Leckerbissen ein, nicht als Grundfutter.

Welche Fische dürfen Erbsen fressen?

Infrage kommen vor allem omnivore und herbivore Süßwasserfische. Goldfische und Kampffische bekommen bei Verstopfung häufig Erbsen. Auch viele tropische Gesellschaftsfische (etwa Platys, Mollys, manche Salmler) fressen blanchierte Erbsen. Rein karnivore Arten (etwa manche Buntbarsche, Kugelfische) lassen sie eher liegen oder verdauen sie schlecht. Im Zweifel schau nach, ob deine Art von Natur aus pflanzliche Kost frisst. Allgemeine Fütterungshinweise stehen in unserem Goldfisch-Ratgeber und im Ratgeber zur Kampffischpflege.

Erbsen für Fische richtig zubereiten

Rohe Erbsen sind hart und für Fische schwer verdaulich. Dosenerbsen enthalten oft Salz oder Zusätze. Nimm frische oder tiefgekühlte Erbsen und blanchier sie, damit sie weich genug zum Fressen und Verdauen sind.

Schritt 1: die richtigen Erbsen wählen

Tiefkühlerbsen sind praktisch und funktionieren gut. Frische Gartenerbsen gehen genauso. Finger weg von Dosenerbsen, es sei denn, auf dem Etikett steht ausdrücklich "ohne Salzzusatz" - und selbst dann gründlich abspülen. Tiefkühlerbsen musst du vor dem Blanchieren nicht auftauen.

Schritt 2: blanchieren (kurz garen)

Bring einen kleinen Topf Wasser zum Kochen. Gib die Erbsen hinein und koch sie 1-2 Minuten. Sie sollen weich werden, nicht matschig. Zu lange gekocht werden sie zu Brei, der beim Füttern das Wasser trübt.

Schritt 3: abkühlen und schälen

Gieß die Erbsen ab und spül sie kalt ab, damit sie nicht nachgaren. Lass sie auf Zimmertemperatur kommen. Dann zieh die äußere Haut ab - die Schale ist zäh und kann zum Verschlucken oder zu Verstopfungen führen. Drück oder zieh sie ab; gefüttert wird der weiche Kern.

Schritt 4: zerdrücken oder passend zerkleinern

Für kleine Fische (etwa Kampffische, kleine Salmler) zerdrückst du die Erbse mit einer Gabel oder schneidest sie in winzige Stücke. Für größere Fische (etwa Goldfische) reicht meist eine halbe oder ganze Erbse. Ziel sind Stücke, die der Fisch schlucken kann, ohne sich zu verschlucken.

Schritt 5: füttern und Reste entfernen

Gib eine kleine Menge ins Becken. Füttere nur so viel, wie der Fisch in wenigen Minuten frisst. Hol nicht gefressene Erbsenreste innerhalb von 15-30 Minuten wieder heraus, damit sie nicht faulen und das Wasser belasten. Allgemeine Fütterungsregeln findest du unter Überfütterung und sichere Leckerbissen für Fische.

Wann du Erbsen einsetzt

Setz Erbsen ein, wenn du Verstopfung oder leichte Schwimmblasenprobleme vermutest - also etwa bei einem Fisch, der aufgebläht ist, an der Oberfläche treibt, zu Boden sinkt oder zur Seite kippt. Oft folgen diese Anzeichen auf eine Futterumstellung, eine große Mahlzeit oder eine Phase mit zu viel Futter. Schließ vor der Erbsenfütterung andere Ursachen aus: Prüf die Wasserwerte (Ammoniak, Nitrit, Nitrat) und vergewissere dich, dass das Becken eingefahren und sauber ist. Stress und schlechte Wasserqualität lösen ganz ähnliche Symptome aus. Stimmt das Wasser und hat der Fisch zu viel oder ausschließlich Trockenfutter bekommen, sind Erbsen ein vernünftiger erster Schritt.

Wie oft du Erbsen fütterst

Als Mittel reichen meist ein bis zwei Erbsenfütterungen über ein paar Tage. Geht es dem Fisch besser, kehr zur normalen Fütterung zurück. Tut sich nach ein paar Tagen nichts, leg einen kurzen Fastentag ein (24-48 Stunden) und versuch es dann noch einmal, oder such nach anderen Ursachen (etwa Infektion, Verletzung). Als gelegentlicher Leckerbissen für gesunde Fische ist einmal pro Woche oder seltener völlig genug. Erbsen sollen kein ausgewogenes Grundfutter ersetzen.

Was du vermeiden solltest

  • Rohe Erbsen - zu hart; Fische können sie nicht richtig verdauen.
  • Gesalzene Dosenerbsen - Salz und Zusätze können Süßwasserfischen schaden.
  • Erbsenreste im Becken lassen - sie verrotten und treiben das Ammoniak hoch.
  • Täglich Erbsen füttern - sie sind ein Mittel oder ein Leckerbissen, kein Grundfutter.
  • Annehmen, dass Erbsen jedes Schwimmblasenproblem lösen - manche Ursachen (Infektion, Verletzung, angeborene Fehlbildungen) brauchen eine andere Behandlung. Mehr dazu unter Schwimmblasenkrankheit.

Alternativen zu Erbsen

Wenn dein Fisch keine Erbsen frisst oder du andere Möglichkeiten suchst: Daphnien (lebend oder gefroren) sind ein weiteres gängiges Mittel gegen Verstopfung - ballaststoffreich und für wählerische Fische oft attraktiver. Auch ein kurzer Fastentag (24-48 Stunden) hilft, weil er die Verdauung zur Ruhe kommen lässt. Für Pflanzenfresser kommen andere blanchierte Gemüsesorten infrage (etwa Zucchini, Gurke, Brokkoli) - passende Auswahl unter Leckerbissen für Fische.

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